Beiträge 2020

Neue Cyberagentur des Bundes gestartet: Was kann man erwarten?

Neue Cyberagentur des Bundes gestartet: Was kann man erwarten?

21.09.2020

Sie nennt sich „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“: Die ersten Mitarbeiter der neuen Bundesbehörde mit Sitz in Halle nehmen jetzt ihre Arbeit auf. Im Oktober wird sie offiziell eingeweiht. Nicht nur Ingenieure, auch Hacker, Philosophen und Theologen sollen hier zukünftig von Staats wegen Forschungsprojekte anstoßen, „die Deutschlands Sicherheit im Cyberraum stärke und souveräner mache“, so Forschungsdirektor und Agentur-Chef Christoph Igel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zukunftstechnologien wie Quantencomputer und Künstliche Intelligenz sollen dabei ebenso in den Fokus genommen werden, wie wirtschaftliche, gesellschaftliche und ethische Fragen.

Was aber heißt das konkret? Wenn Deutschland morgen nicht mehr nur von Corona, sondern auch noch von einem hartnäckigen Computer-Virus befallen werde, verlange das gebündelte, interdisziplinäre Antworten. Es geht um Innere und Äußere Sicherheit. Die Cyberagentur fungiert dabei als ein Forschungsinitiator; bis 2023 hat sie dafür zunächst 350 Millionen Euro zur Verfügung. Für Wirtschaftsunternehmen, Mittelständler wie Start-ups, die Innovationen auf diesem Feld vorantreiben, bedeutet dies Chancen: Die Cyberagentur soll auch konkrete Aufträge für die Entwicklung von ambitionierten, innovativen Lösungsmöglichkeiten vergeben. Nicht nur Agentur-Chef Igel, auch Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundesinnenminister Horst Seehofer versprechen sich mit der neuen Agentur mehr deutsche Technologie-Souveränität in der Cybersicherheit. An diesem Anspruch muss sich die Arbeit der Agentur messen lassen.

Wider die Alarmisten: Arbeit wird digitaler, aber nicht weniger

Wider die Alarmisten: Arbeit wird digitaler, aber nicht weniger

31.08.2020

Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird nun schon seit langem immer wieder heiß diskutiert. Der Wegfall von Millionen von Arbeitsplätzen durch Automatisierung wurde dabei vielfach angstschürend kolportiert. Ja, es stimmt: Die Digitalisierung erfasst die ganze Arbeitswelt. Ohne solide digitale Kompetenzen, ohne beständige Weiterbildung in dem Bereich kommen Arbeitnehmer in den meisten Branchen und Arbeitsfeldern sehr bald schon nicht mehr weit.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aber gibt Entwarnung: „Nach unseren Erkenntnissen ist es nicht so, dass der Beschäftigungsstand sinkt“, so der Arbeitsforscher Enzo Weber. Die digitale Transformation schafft neue Jobs und kaum einer der klassischen Berufe ist wirklich vollumfänglich automatisierbar. Der vielzitierten Studie der Oxford-Forscher Carl Benedict Frey und Michael Osborne aus dem Jahr 2013 mit ihrem pessimistischen Arbeitsmarktprognosen wird in der Forschung inzwischen kaum noch gefolgt.

Zum vollständigen Beitrag auf heise online.

E-Privacy-Verordnung: Bundesregierung für breiten Datenzugriff

E-Privacy-Verordnung: Bundesregierung für breiten Datenzugriff

10.07.2020

Deutschland, genauer Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat in diesem Jahr erneut die EU-Ratspräsidentschaft inne. Und das in einer außergewöhnlichen, einer geradezu verrückten Zeit, in der das inzwischen schon nicht mehr ganz so neue Coronavirus grassiert. In dieser Zeit, in der das Home Office sowie digitale Kommunikation via Zoom und Co. boomen, will Deutschland auf EU-Ebene die Debatte über den Datenschutz im Netz reaktivieren. Dabei wurde der Einsatz für eine die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtende E-Privacy-Verordnung bereits für tot erklärt.

Die jetzt von der Bundesregierung neu angestoßene Initiative hat indes nicht nur die User/innen und ihr Interesse an Privatsphäre im Netz, sondern u.a. auch die Unternehmen mit ihrem Interesse an effektivem Online-Marketing im Blick. Die deutsche Ratsspitze spricht sich deshalb prinzipiell für vergleichsweise breite Nutzungsmöglichkeiten von Metadaten und Cookies für die Wirtschaft aus. Nebenher soll damit auch die Meinungsfreiheit und -vielfalt gesichert sowie die Überwachungsmöglichkeiten bei Epidemien und anderen Katastrophenfälle verbessert werden.

Diese Reform der E-Privacy-Richtlinie bei den EU-Mitgliedsstaaten durchzusetzen wird für Merkel jedoch ein schwieriges Unterfangen.

Weitere Informationen hierzu gibt es im vollständigen Artikel auf heise online.

Corona-Konjunkturprogramm: Wie viel Zukunft steckt im „Zukunftspaket“

Corona-Konjunkturprogramm: Wie viel Zukunft steckt im „Zukunftspaket“?

10.06.2020

Erst kam die „Bazooka“, nun soll es „mit Wumms“ aus der Krise gehen – Bundesfinanzminister Olaf Scholz gefällt es, mit solch markigen Ausdrücken die geballten Corona-Hilfsprogramme der Regierung zu beschreiben. Kann aber auch das frisch geschnürte Konjunkturpaket in Sachen Digitalisierung und Zukunftsthemen Gefallen finden? Immerhin trägt Teil B des Einigungspapiers des Koalitionsausschusses den anspruchsvollen Titel „Zukunftspaket“.

Mit der Wiederankurbelung der Wirtschaft soll auch deren ökologisch-soziale Transformation vorangehen: Diese Forderung wird berechtigterweise aktuell nicht allein von den Grünen gestellt. Um das voranzubringen, muss mehr Digitalisierung gewagt werden. Denn die Coronakrise hat gezeigt, wo es noch überall hakt: Schulen sind immer noch zu analog, Videokonferenzen aus dem Homeoffice ruckeln wegen schlechten Internetempfangs und noch viel mehr Behördengänge könnten online viel effizienter und in Coronazeiten auch sicherer erledigt werden.

Endlich wagt die Bundesregierung tatsächlich auch Digitalisierung, und zwar mit gleich mehreren Projekten im Rahmen ihres „Zukunftspakets“. Davon sind die folgenden drei Projekte besonders hervorzuheben:

  • E-Government: Die Registermodernisierung soll die Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen digitaler machen. Mit ihr soll das datenschutzrechtliche Once Only-Prinzip, die nur einmalige Erfassung von personenbezogenen Daten der Bürger und Unternehmen, ermöglicht werden.
  • Digitale Transformation der Wirtschaft: Die deutsche Ökonomie soll einen Digitalisierungsschub „über die erweiterten Abschreibungsmöglichkeiten für digitale Wirtschaftsgüter, den Aufbau einer souveränen Infrastruktur sowie ein Förderprogramm zur Unterstützung des Auf- und Ausbau von Plattformen und die Befähigung von KMUs zur beschleunigten digitalen Transformation“ erfahren.
  • Künstliche Intelligenz: Die bereits mit 3 Mrd. Euro geplanten Investitionen in die Erforschung und Entwicklung Künstliche Intelligenz (KI) bis 2025 wird auf 5 Mrd. Euro erhöht. Dabei sollen KI-Forschung und Wirtschaft stärker verzahnt werden und nichts weniger als die Basis für ein europäisches KI-Netzwerk mit „internationaler Strahlkraft“ gelegt werden. Das soll den KI-Standort Deutschland stärken.

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„Warum machen wir die Verwaltung digitaler, anstatt einfach zu sagen, sie soll digital werden, ohne wenn und aber! Dann haben wir beispielsweise auch nicht mehr die Diskussionen, dass etwa Bauanträge 1 bis 2 Jahre dauern, weil alle beteiligten Stellen gleichzeitig an den Bauunterlagen arbeiten können. Vielleicht sollte auch überprüft werden, wie die Vielzahl der Vorschriften und Regelungen entschlackt werden können. Ich bin sicher, etwa 30 Prozent davon sind einfach nur überflüssig! Bei der Künstlichen Intelligenz müssen wir unbedingt daran denken, dass der Mittelstand mit einbezogen wird! Dann können die Maßnahmen nicht nur jetzt helfen, sondern langfristig. Let’s walk!“ – kommentiert Rudolf van Megen, Vorstandsvorsitzender von GIMI die Pläne der Bundesregierung.

E-Health in Corona-Zeiten: Gesundheitsdaten digitalisieren, bevor andere es tun

E-Health in Corona-Zeiten: Gesundheitsdaten digitalisieren, bevor andere es tun

20.04.2020

Deutschland, digitalisiere deine Gesundheitsdaten, bevor es die Big Player Google & Co. tun – so lautet der eindringliche Appell des Digitalagentur-Leiters Christoph Bornschein und der KI-Forscherin Mona Sloane in der aktuellen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die Diskussion über die Bewertung von eHealth ist polarisiert: Die einen sehen Chancen für mehr Effizienz und beschleunigte Forschung, die anderen fürchten eine Dystopie vollüberwachter Patienten in einer gläsernen Bevölkerung. Während Staat und Gesellschaft daher auch in Zeiten der Corona-Pandemie noch zögerlich sind, schaffen privatwirtschaftliche Akteure, e-Heath-Startups wie Großkonzerne, mit innovativen digitalen Gesundheitstechnologien längst Fakten.

„Nicht Apple, Amazon und Google, sondern wir selbst hier in Deutschland sollten die Chance nutzen, Gesundheitsdaten digital auswerten bzw. betrachten. Das war einer der wesentlichen Gründe, warum GIMI zusammen mit der Stadt Köln und dem Universitätsklinikum Köln 2019 Digital Health Germany initiiert hat“, sagt Rudolf van Megen, Vorstandsvorsitzender von GIMI. „Inzwischen gibt es erste Projekte und wir stellen fest, dass die aktuelle Gesundheitskrise intensiv zum schnellen Umdenken gerade bei den ganzen Bedenkenträgern führen musste – Let‘s keep speed!“

Digital Health Germany arbeitet gemeinsam mit Partnern an einem Digitalen Corona-Gesundheitszertifikat, das den Koronastatus und andere relevante Daten einer getesteten Person in einer Blockchainkette verankert und damit allen Beteiligten – Gesundheitssystem, Patienten, Unternehmen – jederzeit und anwendungsübergreifend zugänglich macht. Weitere Informationen zum Corona-Gesundheitszertifikat gibt es hier.


Wie Blockchain angewendet werden kann – Beispiel: Blockchain for Education

Wie Blockchain angewendet werden kann – Beispiel: Blockchain for Education

16.03.2020

Die Bewerbungsunterlagen sind mustergültig: Alles wirkt stimmig und das Portraitfoto des Bewerbers strahlt Selbstsicherheit und geballte Kompetenz aus. Und diese hat er auch, wie die elektronischen Versionen seiner Abschlusszeugnisse belegen. Das sieht alles fast zu perfekt aus, um wahr zu sein; müssen daher die papiernen Originalzeugnisse besser noch angefordert werden, um zu prüfen, ob diese auch definitiv echt sind? Ohne Blockchain schon, denn der fälschungssichere Nachweis von Zertifikaten gestaltet sich bisher eher umständlich.

Das Projekt „Blockchain for Education“ arbeitet daran, die Verifizierung von Zeugnissen und Urkunden viel einfacher zu machen: Dazu wird eine Plattform auf Basis der Blockchain-Technologie aufgesetzt, die zum einen den Personalern eine flexible Darstellung von Zertifikaten ermöglicht; zum anderen den Bildungseinrichtungen die einfache Archivierung von Zertifikaten und der korrekte Zuordnung zu den Zertifikatsträgern gewährleistet. Nicht zuletzt können Privatpersonen, wie etwa Bewerber auf offene Stellen, eigene Bildungsnachweise auf der Plattform ergänzen.

„Auf der Basis unserer Blockchain for Education-Lösung haben wir mit digicerts.de ein Netzwerk aufgebaut, in dem wir die Möglichkeiten sicherer Zertifikate erproben. Ich bin der Überzeugung, dass digitale Zertifikate schon sehr bald Papierdokumente ablösen werden. Da diese Zertifikate maschinenlesbar sind, ergeben sich eine Vielzahl neuer Digitalisierungspotenziale z.B. im Bereich der Wartung, Zugangskontrolle und Nachvollziehbarkeit von sicherheitsrelevanten Tätigkeiten.“

Prof. Dr. Wolfgang Prinz, Stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer FIT

Projektpartner sind neben Fraunhofer FIT als Koordinator und Leiter der Plattformentwicklung die Fraunhofer Academy und das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC. Weitere Informationen gibt es hier.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Anwendungsbeispielen für die Blockchain-Technologie, von denen einige hier im GIMI-Blog vorgestellt werden.


Rimasys: Kölner Startup mit innovativem Simulator für Unfallchirurgen

Rimasys: Kölner Startup mit innovativem Simulator für Unfallchirurgen

01.02.2020

Bei Operationen nach Unfällen müssen Chirurgen höchste Sorgfalt walten lassen. Damit angehende Mediziner bereits in der Ausbildung Praxiserfahrungen sammeln können, hat das Kölner Startup Rimasys einen „Fraktursimulator“ entwickelt. Damit sind die Gründer erfolgreich und bis heute konkurrenzlos, wie die FAZ berichtet.

„GIMI hat im Jahr 2019 wesentlich an der Gründung des Digital Health Germany e.V. in Zusammenarbeit mit vielen engagierten Personen aus dem großen Bereich der Gesundheitswirtschaft mitgewirkt“, sagt Rudolf van Megen, Vorstandsvorsitzender von GIMI.

„Dazu gehörten sowohl die Kliniken, engagierte Personen und Gründer von Startups. Marc Ebinger und Roland Holz von Rimasys waren aktive Mitglieder der Taskforce und haben die Gründung von Digital Health Germany nachhaltig beeinflusst. Gerne verweisen wir auf den Artikel in der FAZ, wo die – zunächst etwas ungewöhnliche – Erfindung des Unternehmens vorgestellt wird. Besonders die heute bereits bestehende internationale Ausrichtung von Rimasys trägt sicherlich mit dazu bei, Köln als Standort innovativer Digital Health-Unternehmen bekannter zu machen.“

Zum Beitrag in der FAZ


Wie Blockchain angewendet werden kann – Beispiel: E-Health

Wie Blockchain angewendet werden kann – Beispiel: E-Health

28.01.2020

In deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen steht der Patient im Mittelpunkt. Zumindest sollte das idealerweise so sein. Wir haben zwar eines der weltweit besten Gesundheitssysteme, doch an der Einbindung der Patienten in die Kommunikationsabläufe von Kliniken und Co. hapert es noch immer. Mehr Transparenz und Informationsfluss sind gefragt. Immer mehr Menschen haben ein wachsendes Bedürfnis, so viel wie möglich für ihre eigene Gesundheit zu tun und dafür Zugang zu allen nötigen Informationen zu haben.

Die Blockchain-Technologie bietet an dieser Stelle auch dem Gesundheitssektor einiges an Potenzial. Wenn der Patient zum Beispiel den Hausarzt wechseln möchte, kann er mit Blockchain dem alten Hausarzt die Berechtigung zur Einsicht in zukünftige Befunde entziehen. Außerdem wird der Zugang zu Röntgenbildern und Laborwerten vereinfacht. Der Patient kann entscheiden, wem er den Zugriff auf seine Daten erlaubt. Blockchain ermöglicht folglich mehr informationelle Selbstbestimmung.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Anwendungsbeispielen für die Blockchain-Technologie, von denen einige hier im GIMI-Blog vorgestellt wurden.