Beiträge 2021

Projektaufruf: Das Rheinische Revier gestalten – mit innovativen Blockchain-Praxisprojekten

Projektaufruf: Das Rheinische Revier gestalten – mit innovativen Blockchain-Praxisprojekten

08.06.2021

Das Rheinische Revier erfindet sich neu. Bestehend aus den Kreisen Düren, Euskirchen, Heinsberg, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, der Städteregion Aachen und der Stadt Mönchengladbach muss die Region angesichts des Ausstiegs aus der Kohleverstromung seinen Weg in die Zukunft neu ausrichten. Ziel ist es, Innovation Valley für eine ressourcen- und klimaschonende Wirtschaft zu werden. Die Kompetenzen der Region sollen dabei auf den vier Zukunftsfeldern Energie und Industrie, Ressourcen und Agrobusiness, Innovation und Bildung sowie Raum und Infrastruktur gestärkt werden. Dafür hat die NRW-Landesregierung jetzt den Projektaufruf REVIER.GESTALTEN veröffentlicht. Dieser enthält auch einen konkreten Aufruf für Blockchain-Praxisprojekte unter dem Titel „Digitale Geschäftsmodelle: Blockchain und GAIA-X“ (S. 50-52).  

Mit der Gründung des Blockchain-Reallabors ist in Hürth bereits als Leuchtturmprojekt eine Koordinierungsstelle entstanden, die über die Wissenschaft, Unternehmen und Start-ups zusammenbringt, um Praxisprojekte zur Erprobung der Blockchain durchzuführen. Zentraler Ansprechpartner des Reallabors ist der stellv. Vorstandsvorsitzende von GIMI, Prof. Dr. Wolfgang Prinz. Er ermutigt ausdrücklich dazu, dem Aufruf zu folgen und Projektideen einzusenden.

Die Einreichfrist für Projektideen ist bereits der 30. Juni 2021. In den ersten zwölf Monaten sind drei Einreichfristen geplant, d.h. zwei weitere werden in den nächsten 12 Monaten folgen. Auf der Infoseite zum Projektaufruf gibt es weitere Information, FAQs und ein Beratungsangebot. Bei inhaltlichen Fragen steht Wolfgang Prinz gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Zur Infoseite zum Projektaufruf

Zum ausführlichen Projektaufruf

Zur Homepage des Blockchain Reallabors

NFT – Was passiert da eigentlich?

NFT – Was passiert da eigentlich?

14.04.2021 | von Wolfgang Prinz

In den letzten Tagen und Wochen erfahren NFTs (Non Fungible Tokens) ausgelöst durch den 69 Millionen Dollar teuren Verkauf eines NFTs des Bilds “Everydays: The First 5000 Days“ von Beeple bei einer Versteigerung von Christie’s am 11. März 2021 eine besondere Aufmerksamkeit. Aber auch schon vorher wurden NFTs dazu genutzt digitale Kunstwerke oder Sammelkarten eindeutig in einer Blockchain zu registrieren und dann darüber zu handeln.

Ausgelöst durch verschiedene Anfragen und Diskussionen haben wir uns unter Kollegen im Fraunhofer Blockchain Labor und dem Blockchain Reallabor näher mit dieser Transaktion und den damit aufkommenden Fragen beschäftigt.

Die Chance: Digitaler Impfpass bis Sommer?

Die Chance: Digitaler Impfpass bis Sommer?

11.03.2021

Mit Impfung, Smartphone und Barcode zurück in die Freiheit: Das verspricht ein Unternehmenskonsortium, das sich das ambitionierte Ziel gesetzt hat, bis Sommer eine entsprechende Impfpass-App zu entwickeln. Die Coronapandemie könnte diesen Unternehmen, darunter der IBM-Konzern und das Kölner Start-up Ubirch, damit ein lukratives Geschäft verheißen, das zugleich einen quasi gemeinwohldienlichen Beitrag hin zu neuer Normalität und Freiheit für die Menschen leisten würde.

„Die Ideen dazu wurden schon vor etwa neun Monate diskutiert“, erinnert Rudolf van Megen, Vorstandsvorsitzender von GIMI. „Wenn man nicht immer nur für den aktuellen Bedarf entwickeln würde, sondern strategisch an die Thematik Impfpass herangegangen wäre, würden wir vielleicht heute schon den digitalen Impfpass haben!“

Dass der digitale Impfpass nun auch noch fälschungssicher gemacht wird, ist durch die Mitarbeit von Ubirch gegeben: Die Gültigkeit eines Impfzertifikats wird in der Blockchain abgelegt. So kann jeder Interessent (Airline. Hotel, Restaurant, etc.) überprüfen, ob das vorgezeigte Zertifikat noch gültig ist – und das nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern weltweit! Wenn jemand erneut erkrankt ist, wird das Zertifikat in der Blockchain „zurück genommen“ und der „Prüfer“ sieht dies.
„Schön dass Blockchain nicht nur der Spekulation mit Bitcoins dient, sondern ganz praktisch genutzt werden kann.“ – so van Megen abschließend.

Zum vollständigen Beitrag bei FAZ-Online.

Digitaler Impfpass statt gelber Papierwisch – die Akzeptanz der Deutschen wächst

Digitaler Impfpass statt gelber Papierwisch – die Akzeptanz der Deutschen wächst

01.03.2021

„Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Hoteliers oder Gastronomen sagen, für Geimpfte ist der Zugang möglich.“ – mit diesen Worten zeigte sich als erstes Regierungsmitglied Bundesjustizministerin Christine Lambrecht offen dafür, nach dem Vorbild Israels den Lockdown für nachweislich Corona-Geimpfte zu lockern.

Was noch fehlt ist ein digitaler Impfnachweis. Eine App mit QR-Code wäre zum Beispiel wesentlich besser vor Fälschungen geschützt als ein Papierdokument. Die Akzeptanz eines solchen digitalen Impfpasses wächst in der Bevölkerung, wenn seine Nutzung freiwillig und datenschutzkonform ist. Damit wäre der digitale Impfpass ein weiterer Schritt für mehr eHealth im Gesundheitssystem. Die EU ist von einer einheitlichen Lösung jedoch aktuell noch weit entfernt.

„Es ist Zeit in die Neuzeit zu starten – Digitalisierung heißt auch: Papier ade!“ betont Rudolf van Megen, Vorstandsvorsitzender von GIMI. Als Mitinitiator von Digital Health Germany (DHG) verweist er auf das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), das den Kliniken den Start in die Digitalisierung einfacher macht. Auch dabei hat er immer schon die Zuwendung zu digitalen Lösungen gefordert: „Gut, dass jetzt immer mehr Deutsche die Abkehr von dem (alten) gelben Ausweis auch wollen!“

Zum ausführlichen Beitrag auf FAZ.Net

Blockchain für Biobauern: Mehr Transparenz für bewusste Konsumenten

Blockchain für Biobauern: Mehr Transparenz für bewusste Konsumenten

05.02.2021

Ist Bio wirklich Bio? Ist das FairTrade-Produkt wirklich fair produziert? Immer mehr Menschen geht es um Gerechtigkeit im Welthandel, um Sicherung angemessener Preise, verantwortbare Lieferketten und natürlich hergestellte Produkte. Doch das Vertrauen der achtsamen Konsumentinnen und Konsumenten wird immer wieder erschüttert, wenn Produkte nicht halten, was sie biologisch oder ethisch versprechen. Entsprechende Prüfsiegel sollen verbürgen, dass zum Beispiel die Bio-Tomaten im Supermarkt von nebenan auch wirklich bio sind. Doch die verwirrende Vielzahl an solchen Siegeln macht Konsumenten bisweilen skeptisch.

Um hier für mehr Transparenz und damit Konsumentensouveränität zu sorgen, ist die Blockchain-Technologie das richtige Werkzeug: Dank ihr können Lebensmittel über den gesamten Lebenszyklus und die ganze Lieferkette hinweg transparent nachverfolgt werden. Blockchain kann also auch in Sachen Lebensmitteltransparenz und -sicherheit sein innovatives Potenzial entfalten. Die Technologie gewährleistet eine sichere Informationskette, die jederzeit in Echtzeit überprüft werden kann. Alle am Produktionsprozess der Bio-Tomaten beteiligten Akteure wissen damit zu jeder Zeit, was mit dem Produkt bzw. seinen Bestandteilen wo und wie passiert. Bei jeder Station innerhalb der Lieferkette entstehen Daten, die erfasst werden können. Vor Aufnahme in die Blockchain müssen sie nur noch von allen Beteiligten des Netzwerks verifiziert werden.

Am der Lieferkette steht der Konsument, der somit Zugriff auf eine lückenlose, jederzeit einsehbare Informationskette hat, mit der er nachforschen kann, ob die Bio-Tomate 100 Prozent aus ökologischem Anbei stammt und angemessen weiterverarbeitet wurde.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Anwendungsbeispielen für die Blockchain-Technologie, von denen einige hier im GIMI-Blog vorgestellt werden.

Wirtschaft in der Pandemie: Agiler und digitaler aus der Krise

Wirtschaft in der Pandemie: Agiler und digitaler aus der Krise

16.01.2021

Was ändert sich für die Wirtschaft, wenn wir Corona geschafft haben? Der Unterschied zu 2008/2009: Heute steht nicht wie nach der Finanzkrise von eine „Wirtschaft ohne Moral“ am Pranger. Vielmehr wird die Wirtschaft aktuell unschuldig gequält vom Folterknecht der Coronaseuche. Die Ökonomie zeigt unter dieser Pein ihre verletzliche Seite. Sie ist in diesen Krisenzeiten staatsbedürftig, helfen angesichts der Lockdowns doch nur billionenschwere Hilfspakete und Kurzarbeitergeld, um Firmenpleiten und Arbeitslosigkeit wenigstens einzudämmen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Bereiche, die einfach nur gewonnen haben: e-health generell, online einkaufen, online Service Support, um nur mal drei zu nennen.

Wir wissen noch nicht, ob anscheinend eine langanhaltende Rezession bevorsteht. Die V-Form des Aufschwungs im zweiten Halbjahr 2020 war beeindruckend. Bereits der erste Lockdown sollte ebenso Augen geführt haben, wie marktbedürftig wiederum die Gesellschaft ist. Auch die staatlichen Hilfspakete wären ohne jahrelang erfolgreiche Wertschöpfung nicht in diesem Umfang möglich gewesen. Der marktliche Wettbewerb kann ein wesentlicher Treiber von Innovation für die weitere Krisenbewältigung und die Nachcoronazeit sein. Das hat der Wettbewerb um die Entwicklung eines Impfstoffes besonders eindrücklich verdeutlicht.

Kontaktreduzierung und Home-Office-Offensiven haben die Unternehmen notgedrungen agiler und digitaler gemacht wie nie zuvor. Viele Arbeitgeber lehnten noch 2019 Home-Office ab oder standen dem skeptisch gegenüber. Die dahinterstehende Misstrauenskultur in hierarchischen Unternehmen hat an Einfluss verloren; Arbeitnehmer hingegen mehr Flexibilität und Eigenverantwortung durch digitales Arbeiten gewonnen.

Corona wälzt also Hand in Hand mit der Digitalisierung eingefahrene Prozesse in der Wirtschaft um, im Großkonzern wie im Kleinbetrieb. Es braucht daher einen Perspektivwechsel: Digitalisierung sollte betriebswirtschaftlich endlich nicht mehr als Problem, sondern noch stärker als ein Weg gesehen werden, um Kundenwünsche besser zu erfüllen, diese langfristig zu binden und das Gewinnpotenzial hierbei auszuschöpfen. Wer zum Beispiel einen funktionierenden, kundenfreundlichen Online-Shop hat, ist derzeit klar im Vorteil – allerdings müssen wir auch Wege finden, um die kleinen Anbieter (von nebenan aus dem Viertel) daran teilhaben zu lassen. Die Potenziale müssen erkannt und digitale Baustellen im eigenen Unternehmen, die lange brachlagen, müssen jetzt bearbeitet werden. Unumkehrbare Entwicklungen dürfen nicht länger bekämpft, sondern müssen mit neuen Denkweisen gestaltet werden.